Die SPD-Bundestagsfraktion soll sich für ein allgemeines Werbeverbot von Spirituosen einsetzen. Dieses Verbot soll insbesondere für öffentliche Flächen, Fernsehen, aber auch soziale Netzwerke gelten. Ziel ist die Bekämpfung der Popularisierung von Alkoholkonsum, die insbesondere Jugendliche betrifft und erhebliche Gefahren birgt.
Zu den Spirituosen gehören Getränke, die mindestens 15% Vol. Alkohol enthalten. Besonders bekannt sind Rum, Whisky oder Wodka. Alkohol gilt als eine der ältesten Drogen, die von Menschen konsumiert werden. In Deutschland ist Alkohol legal, obwohl es körperliche abhängig machen kann und erwiesen gesundheitsschädlich wirkt, bereits in geringen Dosen. Insbesondere mit hartem Alkohol kann schnell eine Überdosis bzw. Alkoholvergiftung herbeigeführt werden, die tödlich sein kann.
Alkohol ist zudem an der Entstehung von etwa 200 Krankheiten beteiligt. Besonders geschädigt werden bei Alkoholkonsum das Gehirn, das Herz und die Leber. Die sogenannte Leberzirrhose, bei der die Leber durch Alkoholkonsum chronisch schrumpft, kann ebenso bis zum Tod führen. Außerdem entstehen etwa 5,5 % aller Krebsarten weltweit durch Alkoholkonsum.
Laut DHS waren Stand 2020 rund 1,6 Millionen Deutsche alkoholabhängig und müssten folglich medizinisch behandelt werden. 2018 gab DHS ebenso an, dass 74.000 Todesfälle jährlich durch Alkohol oder in Kombination mit Tabakkonsum verursacht werden. Werbespots können Alkoholabhängige triggern und andere zu mehr Konsum auffordern, sie sind zudem problematisch für trockene Alkholiker:innen. Jugendliche bekommen durch Werbung und Gesellschaft früh vermittelt, dass Alkohol zu einer guten Feier gehört. Dieser Stilisierung soll mit dem Werbeverbot entgegengewirkt werden. Ein generelles Alkoholverbot ist – ebenso wie bei anderen, illegalen Drogen – jedoch nicht zielführend.
Änderungsanträge
Status | Kürzel | Zeile | AntragstellerInnen | Text | |
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angenommen | ÄG9-2 | 1 | Änderung in Zeile 1: Voranstellung eines “1.” | Änderungsantrag (PDF) | |
angenommen | ÄG9-3 | 4 | Einfügen nach Zeile 4: “2. Weiterhin setzt sich die SPD für eine Ausweitung des in Punkt 1 definierten Verbots auf sämtliche Formen von Alkohol ein.” | Änderungsantrag (PDF) | |
angenommen | ÄG9-1 | Weiterleitung | Ergänzung der Weiterleitung um “Weiterleitung an den SPD-Landesparteitag zur Weiterleitung an den SPD-Bundesparteitag” | Änderungsantrag (PDF) |
1. Die SPD-Bundestagsfraktion soll sich für ein allgemeines Werbeverbot von Spirituosen einsetzen. Dieses Verbot soll insbesondere für öffentliche Flächen, Fernsehen, aber auch soziale Netzwerke gelten. Ziel ist die Bekämpfung der Popularisierung von Alkoholkonsum, die insbesondere Jugendliche betrifft und erhebliche Gefahren birgt.
2. Weiterhin setzt sich die SPD für eine Ausweitung des in Punkt 1 definierten Verbots auf sämtliche Formen von Alkohol ein.